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| Das neue Haus ... |
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Ehemalige Handelsvertretung der Sowjetunion in Stadtfeld wird umgebaut - Weiter warten auf die Holzkirche - Russischer Erzbischof weiht das neue Gemeindezentrum am Samstag ein
Mit einer ersten göttlichen Liturgie wird am Sonnabend der Erzbischof Feofan von Berlin und Deutschland das russisch-orthodoxe Gemeindezentrum in der Lienhardtstraße weihen. Das Zentrum soll unter anderem Hauptbüro für den Kirchenkreis Nord mit den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg zuständig sein. Im Haus wolle man so lange Gottesdienste feiern, bis die Holzkirche Allerheiligen in der Alten Neustadt gebaut ist.
Stadtfeld. Mit einer Weihe durch den Berliner Erzbischof wird am Sonnabend Magdeburgs erstes Gemeindezentrum der russisch-orthodoxen Kirche eröffnet. Bisher war die etwa 150 Mitglieder starke Gemeinde in der Neustädter Straße bei der evangelisch-reformierten Kirche in der Neustädter Straße an der Wallonerkirche untergekommen. Nun erhalten Erzpriester Boris Ustimenko und seine Schäfchen das erste feste Gemeindezentrum. „Ursprünglich wollten wir das Zentrum mit an der Holzkirche anbauen. Aber der Platz wäre zu knapp gewesen, und zum anderen hätte es das Bild gestört“, sagt Ustimenko.
Seit einem Jahr habe seine Kirche die Kontakte spielen lassen, bis die Villa in der Lienhardtstraße angepachtet werden konnte. Zu einem subventionierten Preis hat die
russische Regierung die Villa nun der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Zu DDR-Zeiten war das Haus eine Handelsvertretung der Sowjetunion. Danach stand es über Jahre leer. Nur ein Hausmeister habe sich um das Gröbste gekümmert, erklärt der Erzpriester. Kleine Kapelle als Übergangslösung Mit der Villa sei die Gemeinde nun handlungsfähig. Erstmalig habe man eine feste Adresse, unter der die Gemeinde ständig und nicht nur an bestimmten Wochentagen
erreichbar ist. Von Telefonanschluss und Fax einmal ganz abgesehen. „Wir bauen hier auch eine kleine Kapelle für Gottesdienste als Übergangslösung ein“, erklärt Ustimenko. Außerdem werde die Gemeinde in den neuen Räumen aufl eben können. Der Garten könne von Kindergruppen genutzt werden, und ein Künstler aus St. Petersburg wolle eine Malereischule aufbauen.
Doch wann kommt eigentlich nun die lang erwartete Holzkirche auf das seit Jahren bereit stehende Fundament in der Gareisstraße? Boris Ustimenko ist nach den letzten Gesprächen am gestrigen Tag mit dem Gutachter aus Dresden optimistisch. Seit zwei Jahren untersucht dieser das Verhalten des Holzes bei unterschiedlichen extremen Witterungseinflüssen (Licht und Schatten). Erst wenn dieses Gutachten vorliegt, kann das beauftragte Magdeburger Architektenbüro einen Prüfstatiker bemühen und den Bauantrag einreichen. Bis Ende des Monats soll Gutachten vorliegen.
„Bis Ende des Monats will Prof. Haller nun alle Unterlagen abschließend überreichen. Dann kann es mit den Bauanträgen endlich weiter gehen. Wir haben auch schon in der vergangenen Woche mit dem Baubeigeordneten Werner Kaleschky gesprochen. Die Stadt ist bemüht, wenn alle Unterlagen vorliegen, den Antrag so schnell wie möglich zu bearbeiten“, erklärt Ustimenko.
Er rechnet mit einem Baubeginn der größten russischorthodoxen Holzkirche auf deutschem Boden im Spätsommer. Wenn der Bauantrag dann genehmigt ist, soll alles auch sehr schnell gehen. Schließlich liegen die Fertigbauteile bereits seit über zwei Jahren auf einem Werksgelände in der Nähe von Moskau und warten auf den Transport nach Magdeburg. Auch die Baustelle sei vorbereitet, so Ustimenko. „Unser Wunsch ist natürlich, dass wir Weihnachten in der neuen Kirche feiern.“ So wie in den Vorjahren übrigens auch.
Die für die russische Seite unerwartete Verlängerung der Bauzeit für den 30 Meter hohen Holzbau mit Kupferdach habe auf die Gesamtsumme in Höhe von 2, 5 Millionen Euro bisher kaum Einfluss gehabt. In der Kirchenhalle finden bis zu 400 Gläubige Platz. Die Innenausstattung, die auch in den Händen russischer Ikonenmaler liegen wird, kostet noch mal etwa eine Million Euro.
Von Matthias Fricke
Magdeburger Volksstimme |
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